Pinkafeld kehrte ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten Parndorf auf die Siegerstraße zurück

Publiziert durch Heinz Bundschuh am 14. Mai 2017

Der von einer achtwöchigen Ergebniskrise stark gebeutelte SC Pinkafeld konnte gegen das favorisierte Zweierteam des ESV/SC Parndorf den langersehnten Erfolg einfahren. Wobei nicht nur das Ergebnis sondern vielmehr die Art und Weise, wie dieses zustande gekommen war, erstaunen ließ. So fanden die favorisierten Nordburgenländer in 90 Minuten keine einzige Torchance vor, während es den Hausherren mit einem Anze Kosnik in Hochform wohl gelungen wäre, das Torkonto noch weiter zu erhöhen.

Ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften in Halbzeit eins


Aus den ersten 45 Minuten gibt es nicht viel zu berichten. Beide Mannschaften waren bemüht keine Fehler zu machen, um dem Gegner das Toreschießen so schwer wie möglich zu machen. So spielte sich das Geschehen meist zwischen den beiden Strafräumen ab, Torchancen waren Mangelware. Einige Halbchancen fanden da noch die heimischen Angreifer vor, darunter in Minute 21 die beste Gelegenheit durch Dominik Sperl, der nach Vorarbeit von Christian Plank und Anze Kosnik in den Parndorfer Strafraum eindringen konnte. Sein Schuss aus halblinker Position verfehlte aber das Tor um einen Meter. Da auch knapp vor der Pause Andreas Steinhöfer einen Lochpass von Ömer Akbiyik nicht erreichen konnte, ging es torlos in die Kabinen.

Halbzeit zwei war Balsam für die Pinkafelder Fußballerseele


Während eine Woche zuvor in Markt Allhau, nach guter erster Halbzeit, unmittelbar nach Wiederbeginn sich die Pinkafelder drei Tore einfingen, sollte sich dieser Tag anders entwickeln.
Los ging es in Minute 48 als Anze Kosnik seinen Bruder Domen auf die Reise schickte. Dieser schoss aus unmöglichem Winkel aufs Tor und hätte damit beinahe Parndorfs Keeper Bernhard Pulker überrascht. Drei Minuten später stand wieder Bernhard Pulker im Mittelpunkt als er einen Saurer-Freistoß entschärfen konnte.
In Minute 53 war es dann soweit. Die Szene erinnerte stark an das dritte Tor der Allhauer vor einer Woche als es den Pinkafeldern bei einem Eckball nicht gelang den Ball wegzubringen. Dieses Mal waren aber die SCP-Spieler die Nutznießer einer derartigen Situation und Rok Smid beförderte den Ball durch eine Menschenmenge hindurch in die Maschen.
In Minute 64 konnten die SCP-Fans ein zweites Mal jubeln. Anze Kosnik drang von der linken Seite in den Parndorfer Strafraum und wurde dabei von nicht weniger als vier Parndorfer umringt. Der Slowene kam zu Fall, Schiri Kemal Kazanci ließ weiterspielen und Außenverteidiger Christian "Masudi" Plank überzuckte die Situation am schnellsten. Da sich alles was Parndorf auf der rechten Seite an Personal aufzubieten hatte, rund um den am Boden liegenden Anze Kosnik versammelt hatte, konnte Plank unbedrängt von halblinks Bernhard Pulker bezwingen.
Anze Kosnik hätte es dann in der Folge mehrmals auf den Fuß gehabt, dem Tabellenzweiten den Fangschuss zu geben. Er scheiterte aber nach Vorlagen von Dominik Sperl und Hannes Gamperl. Zwar gelang dem Slowenen an diesem Tag kein Tor, aber mit seinem zweiten Assist an diesem Tag ermöglichte er dem eingewechselten Julian Knapp in Minute 86 die drei Punkte endgültig in trockene Tücher zu bringen.
Am Ende war es ein ungefährdeter Sieg, der für die Pinkafelder hoffen lässt, dass damit auch die Trendwende geschafft werden konnte. Wenn es gelingt die Leistung dieser 90 Minuten auch bei den nächsten Spielen auf die burgenländischen Wiesen zu bringen, dann kann man davon ausgehen, dass die 105-Jahrfeier im Juli als Landesligaverein gefeiert werden kann.

Ex-Trainer Thomas Pratl unter den Besuchern


Auch Ex-Trainer Thomas Pratl war Augenzeuge des Erfolges seiner ehemaligen Mannschaft. Besonders schön zu sehen war die Tatsache, dass sich nach den 90 Minuten Thomas Pratl, sein Nachfolger Maximilian Senft und die Spieler zusammenstellten und das Match Revue passieren ließen. Auch das kann man als positives Zeichen für den Zustand der Mannschaft werten, die Neo-Trainer Maximilian Senft mit einigen Umstellungen an diesem Tag zum Sieg gecoacht hatte. Eine derart entspannte Situation nach einem erzwungenen Trainerwechsel hat es in 105 Jahren SCP-Vereinsgeschichte wohl auch nicht oft gegeben.

Liveticker des Spieles:  http://ticker.ligaportal.at/live-ticker/233845/sc-pinkafeld-gegen-sc-esv-parndorf-1b

Im Spiel der U23-Mannschaften trafen die beiden Führenden in der Frühjahrstabelle aufeinander. Die heimischen Kicker konnten sich durch ein Tor von Kai Müller gegen ihre Altersgenossen aus Parndorf durchsetzen: http://ticker.ligaportal.at/live-ticker/251980/sc-pinkafeld-reserve-gegen-sc-esv-parndorf-reserve

Pinkafeld - Parndorf KM II 3:0 (0:0)


Samstag, 13. Mai 2017, Pinkafeld, 150 Zuseher, SR Kemal Kazanci

Tore:
1:0 Rok Smid (50.)
2:0 Christian Plank (63.)
3:0 Julian Knapp (85.)

Pinkafeld: A. Diridl, D. Luif, M. Pahr, A. Kosnik, D. Kosnik (66. M. Dorner), C. Plank, M. Oberrisser (70. H. Gamperl), S. Diridl (78. J. Knapp), R. Smid, D. Sperl, C. Saurer; P. Buchegger, M. Aus Der Schmitten
Trainer: Maximilian Senft

Parndorf KM II: B. Pulker - A. Lahi (86. A. Panic), M. Gutschik - S. Savoric, L. Eisenbarth, C. Schneider - T. Petritsch (79. G. Gencer) - T. Regner - Ö. Akbiyik (62. D. Gruber), A. Steinhöfer - M. Kozic; D. Oprodovsky, C. Gürbüz
Trainer: Christian Ivantschitz

Karten:
Gelb: keine bzw. Bernhard Pulker (62., Kritik), Sascha Savoric (77., Foul)