Pinkafeld mit Glück zum Auswärtsdreier in Sankt Margarethen

Publiziert durch Heinz Bundschuh am 21. Mai 2017

Der abstiegsgefährdete SC Pinkafeld holte im dritten Spiel unter Trainer Maximilian Senft den zweiten Sieg. Und dies ausgerechnet beim heimstarken SV St. Margarethen, wo die Trauben üblicherweise für Auswärtsmannschaften sehr hoch hängen. So dominierten die Heimischen den ersten und die letzten zwanzig Minuten, vergaben eine Reihe von Hochkarätern, während die Gäste mit einem Doppelschlag nach einer guten halben Stunde ihre Karten für den Abstiegspoker wesentlich verbessern konnten.

SVS begann überfallsartig die Partie


Die Sankt Margarethener zeigten gleich in den ersten Minuten auf, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Der Mann der ersten Halbzeit, Thorsten Lang, drang in Minute 6 entlang der Torlinie in den Pinkafelder Strafraum ein und konnte dabei nicht von vier Defensivspielern der Südburgenländer aufgehalten werden. Seinen Pass donnerte dann Elias Schmidl unhaltbar in die Maschen.
In Minute 23 beinahe das nächste Langsche Husarenstück, als sich Tomas Horvath auf der rechten Angriffsseite durchsetzen konnte und dessen Flanke dann von Thorsten Lang mittels Direktschuss an die rechte Außenstange gesetzt wurde.
Mit einer 2:0-Führung hätte der SVS vermutlich schon die Vorentscheidung erzwungen gehabt, doch sollte es an diesem Tag ganz anders kommen. Nach dieser Aktion war es nämlich mit dem einseitigen Spiel vorerst vorbei, denn die Pinkafelder hatten nun in die Partie gefunden.
In Minute 31 auf einmal ein Pass von Anze Konsik in den heimischen Strafraum, wo sich zur Überraschung aller Rechtsverteidiger Stefan Diridl in Position gebracht hatte. Zuerst von Tormann Michael Wenzl und einem Gegenspieler am Torschuss gehindert, behauptete der Pinkafelder den Ball. Durch diese zeitliche Verzögerung hatten weitere St. Margarethener die Möglichkeit als Verstärkung in die bedrohte Zone zu gelangen. Aber wie 25 Minuten zuvor im Pinkafelder Strafraum ist eine numerische Überzahl keine ausreichende Garantie, um einen Torerfolg zu verhindern. So auch in diesem Fall, denn Stefan Diridl, umringt von vier, fünf St. Margarethener netzte zum Ausgleich ein.
Die rund 100 mitgereisten Schlachtenbummler hätten nach dem Torjubel gleich stehen bleiben können, denn Florian Prochazka luchste wenige Augenblicke später SVS-Kapitän Leonard Gabriel den Ball ab. Dieser kam zu Dominik Sperl, der Anze Kosnik schön ins Loch spielte. Der slowenische Torjäger umkurvte noch einen Verteidiger und knallte die Kugel aus halblinker Position in die Maschen. Was für ein Spielverlauf!
Vor der Pause passierte dann nicht mehr viel. Pinkafeld hatte durch den Doppelschlag den Angriffsschwung des SVS gebrochen und hielt nun die Partie offen.

Halbzeit zwei endete fast so wie Halbzeit eins begonnen hatte


Auch in der ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit war das Spiel relativ ausgeglichen. Die Gäste kontrollierten das Spiel, während die Einheimischen in dieser Phase kein Mittel fanden, um den SCP so unter Druck zu setzen wie am Beginn des Spiels.
Die Waagschale in Richtung St. Margarethen wurde erst wieder rund zwanzig Minuten vor Schluss in der Person von Alexander Petermann in Bewegung gebracht. Der SVS-Spieler setzte sich zuerst auf der rechten Seite durch, seinen scharfen Stangler hätte sich beinahe Rok Smid in die eigenen Maschen geschlagen. Der slowenische Dauerläufer mit dem großen Kämpferherz im Dress des SCP konnte durch diese Rettungstat einen Torerfolg des unmittelbar hinter ihm lauernden Tomas Horvath verhindern. Die zweite Petermann-Aktion erfolgte schon einige Minuten danach, als er sich durch einen Haken an der Strafraumgrenze in Position brachte und den Ball knapp an der linken Torstange vorbeisetzte.
Diese linke Torstange sollte in der Schlussphase der Meisterschaftspartie die Hauptrolle spielen, denn auch Alexander Wartha schoss den Ball, nach einer Horvath-Kopfballvorlage, knapp an ihr vorbei. Noch knapper ging es in Minute 80 her, als SVS-Kapitän Leonard Gabriel eine Freistoßvorlage nur um wenige Zentimeter an besagtem Torpfosten vorbeisetzte.
In Minute 93 wäre dann fast doch noch dem SVS der Ausgleich geglückt, aber dieses Mal stand Michael Pahr auf der Torlinie und verhinderte so den Gleichstand.
So war an diesem Tag das in Pinkafeld lang vermisste Glück wieder zurückgekehrt. Den Gästen aus dem Südburgenland war es gelungen, mit einem Doppelschlag in Halbzeit eins dem St. Margarethener Angriffsfurioso zwischenzeitlich ein Ende zu setzen. Nachdem es dann für mehr als eine Dreiviertelstunde gelang das Spiel zu kontrollieren, halfen einerseits besagtes Glück aber auch das Unvermögen der Einheimischen, die an diesem Tag zahlreich vorgefundenen Chancen zu nützen, den Südburgenländern zu überlebenswichtigen drei Punkten.

Fazit: Es war nicht nur Glück


Den Sieg der Pinkafelder im Nordburgenland aber nur dem Glück und der Abschlussschwäche des SVS zuzuschreiben, würde der Leistung des Tabellenzwölften jedoch nicht gerecht werden. Sie war auch einer akribischen Vorarbeit geschuldet, deren Details hier natürlich nicht verraten werden können;-) Außerdem zeigte sich, dass sich in den letzten zwei, drei Runden im Spiel der Südburgenländer etwas geändert hat. Dies beweist die Tatsache, dass bei den letzten beiden Siegen ganz wichtige Tore durch jeweils einen Verteidiger erzielten worden sind, und zwar nicht aus Standards sondern aus dem Spiel heraus. Ein Beweis für das neue Pinkafelder Selbstvertrauen und den neuen Offensivgeist der Einkehr in die Mannschaft gehalten hat. In diesem Sinne äußerte sich auch Neo-Trainer Maximilian Senft gegenüber "ImBlickpunkt - Fußball im Burgenland": "Nach dem frühen Gegentor haben wir mit unglaublich viel Mut, die Inhalte, die wir uns vorgenommen hatten, umgesetzt und auch verdient zwei Treffer erzielt. Mit großer Leidensfähigkeit und immenser Moral spielten wir die drei Punkte dann nach Hause".
Es folgt nun in der kommenden Woche eine Doppelrunde nach der vielleicht schon feststehen wird, wohin die Reise der Südburgenländer gehen wird. Für Spannung ist also auch in diesem heurigen Fußball-Frühjahr wieder gesorgt.

Hier der Link zum Liveticker:  http://ticker.ligaportal.at/live-ticker/233852/sv-sankt-margarethen-gegen-sc-pinkafeld

Das Spiel der U23-Mannschaften endete ebenfalls mit einem 2:1-Auswärtssieg der Pinkafelder. Bei diesem Spitzentreffen zweier gleichwertiger Mannschaften erzielten Alexander Gartner bzw. Stefan Bundschuh und Manuel Dorner die Tore:  http://ticker.ligaportal.at/live-ticker/251986/sv-sankt-margarethen-reserve-gegen-sc-pinkafeld-reserve

 

Sankt Margarethen - Pinkafeld 1:2 (1:2)


Samstag, 20. Mai 2017, Sankt Margarethen im Burgenland, 250 Zuseher, SR Paul Pethö

Tore:
1:0 Elias Schmidl (6.)
1:1 Stefan Diridl (31.)
1:2 Anze Kosnik (33.)

Sankt Margarethen: M. Wenzl - M. Hromkovic, L. Gabriel (85. A. Gartner) - P. Kummer, A. Wartha, A. Petermann (90. M. Hahnekamp) - M. Vargek (65. M. Weixelbaum), E. Schmidl - S. Hamm - T. Lang, T. Horvath; M. Bleich, R. Kummer
Trainer: Marek Kausich

Pinkafeld: A. Diridl, D. Luif, M. Pahr, A. Kosnik, C. Plank, M. Oberrisser (59. L. Kirnbauer), F. Prochazka (69. D. Kosnik), S. Diridl, R. Smid, D. Sperl, C. Saurer (86. H. Gamperl); P. Buchegger, J. Knapp
Trainer: Maximilian Senft

Karten:
Gelb: Martin Hromkovic (40., Unsportl.), Marco Vargek (53., Unsportl.), Thorsten Lang (79., Kritik) bzw. Florian Prochazka (40., Foul)