Vier Gegentore – da vergoss sogar der Himmel bittere Tränen

2:4-Niederlage - weil der SCO nicht Liverpool und Draßmarkt nicht Mailand ist

Publiziert durch Gerhard Blagusz am 25. Mai 2017

Betrachten wir das Spiel SV Draßmarkt vs. SC Oberpullendorf einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Aus jener des Europapokals. Schließlich fand die Partie ja auch am Tag des Europa League-Endspiels Manchester United vs. Ajax Amsterdam statt. Im Europacup wird bekanntlich ein Aufsteiger aus Hin- und Rückspiel ermittelt. Das "Hinspiel" gegen Draßmarkt hat der SCO mit 5:0 gewonnen. Da sollte im "Rückspiel" nicht mehr viel anbrennen. Nach der 4:0-Führung für die Hausherren wurde es zwar noch einmal eng, mit den zwei "Auswärtstoren" wurde der " Aufstieg" letztendlich aber souverän geschafft.

Soweit die Träumerei vom Europacup - begeben wir uns zurück in die Niederungen der Realität und blicken wir auf eine 2:4-Niederlage im vorletzten Auswärtsspiel dieser Saison zurück:

Unmittelbar vor dem Anpfiff öffnete der Himmel seine Schleusen und begann zu weinen. Warum wohl? Eine gute Stunde später wussten wir, warum. Da stand es nämlich 4:0 für Draßmarkt. In der ersten Viertelstunde war es eine offene Partie - doch dann schlug Varga binnen zwei Minuten mit einem Doppelschlag eiskalt zu. Der Himmel begann noch stärker zu weinen und es schossen dicke Träne von oben nach unten als die Mannschaft von Rene Schock in der Nachspielzeit sogar das 0:3 hinnehmen musste.d

Die unverbesserlichen Optimisten unter den SCO-Fans brachten zur Pause erneut den Europacup ins Spiel. Fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren brachte der FC Liverpool im Champions League-Finale das Kunststück zustande, einen 0:3-Pausenrückstand gegen AC Milan in ein 3:3 umzuwandeln. Und dann das Elfmeterschießen für sich zu entscheiden.

Nun, auch der SCO spielte - wie die "Reds" - in Rot. Aber Oberpullendorf ist eben doch nicht Liverpool und Draßmarkt auch nicht Istanbul (dort fand das denkwürdige CL-Finale im Jahr 2005 statt).

Und schließlich hörte der Himmel auch nicht auf zu weinen. Bittere Tränen waren, als unser Keeper "Billy" Fejzic nach einem Fauxpas das 0:4 mit seinen Händen verhinderte. Wie es sich für einen Tormann eben gehört. Der Haken dabei: "Billy" stand doch deutlich außerhalb des Strafraumes und musste ergo dessen regelkonnform frühzeitig unter die Dusche.

Als Varga in Minute 65 sein drittes Tor zum 4:0 erzielte, nahm der starke Regen sintflutartige Formen an. Ja, der Fußballgott muss ein SCO-Fan sein, so bitter waren die Tränen, die sich da vom Himmel auf die Erde ergossen.

Und damit kommen wir zur "Sonnenseite" dieses Spieles. Die letzten 25 Minuten gehörten den Rot-Weißen, diese Restspielzeit konnten Maxi Estl & Co. mit 2:0 für sich entscheiden. Somit stand am Ende des Spiels statt eines hohen Debakels eine verdaubare 2:4-Auswärtsniederlage auf der Anzeigetafel.

Und beide Spiele zusammen gerechnet konnte der SCO den SV Draßmarkt klar mit 7:4 gewinnen. Das bringt zwar keine Zusatzpunkte, sollte aber auch der Vollständigkeit halber Erwähnung finden …

 

Aufstellung SCO: Fejzic; Art (63. Dragojlovic), Pravics, Pollak, Koo (58. Palatin); Emmer, Köfaragó, Schattovits (46. Mucic), Akgül, Sturm; Estl
Torfolge: 1:0 (16.) Varga, 2:0 (18.) Varga, 3:0 (45.) Kornfeld, 4:0 (65.) Varga, 4:1 (69.) Sturm, 4:2 (90.) Köfaragó
Gelb: Estl (62./Unsportlichkeit)
Rot: Fejzic (57./Torraub)
Sportplatz Draßmarkt, Wandl, 100