Chronik SV-Haiming

Publiziert durch Marcel Pipal am 13. September 2012

Chronik

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Haiming der erste Fußballplatz mit einer überdachten Holztribüne für ca. 120 Zuschauer von 2000 volksdeutschen Flüchtlingen aus Jugoslawien und Rumänien, welche im Barackenlager der Westtiroler Kraftwerke Zuflucht fanden, errichtet. Es entstand eine Fußballmannschaft im Lager, welche Wettspiele gegen andere Lagermannschaften austrug. Dieses Team, das sich unter dem Namen "Weiße Elf" bei den Gegnern Respekt verschaffte, konnte große Erfolge erzielen und bildete den Grundstein für den von Kriegsheimkehrern gegründeten SV Ötztal, aus dem 1956 der SV Haiming/Ötztal hervorgehen sollte.

In den 60er Jahren spielte die Kampfmannschaft 6 Jahre in der Landesliga und 4 Jahre in der Gebietsliga West um Meisterschaftspunkte. Hauptanliegen der Vereinsleitung war der Bau eines Kabinentraktes, welcher in Etappen mit modernen Sanitäranlagen und Umkleideräumen ausgestattet wurde. Im Juli 1968 fand die Einweihung der neuen Sportanlage mit dem Spiel Bayern München Amateure gegen den SV Hall statt.

Zu Beginn der 70er Jahre blieben die sportlichen Erfolge trotz der guten äußeren Umstände leider aus. Mit Herbert Reinstadler war ab Herbst 1974 erstmals ein geprüfter Trainer im Verein tätig und das neue, gezielte Training sowie eine vorangegangene sehr erfolgreiche Jugendarbeit durch Erich Tröbinger trugen bald Früchte. In der Saison 1979/80 entschied der SV Haiming unter Trainer Herbert Gredler die Meisterschaft in der Gebietsliga West für sich und stieg in die neu gegründete Tiroler Amateurliga auf.

Zu Beginn der 80er Jahre kam es seitens des Tiroler Fußballverbandes zu einer weiteren Reform des Spielbetriebes. Der SV Haiming kämpfte fortan in der Landesliga West um Meisterschaftspunkte und schaffte in der Saison 1983/84 abermals unter Trainer Herbert Gredler den Aufstieg in die Tiroler Liga, in welcher bereits im ersten Jahr der 2. Platz erzielt werden konnte. 1986/87 gelang dem SV Haiming unter Obmann Rudolf Schlatter und Trainer Norbert Schatz der wohl bislang größte Erfolg in der Vereinsgeschichte - der Aufstieg in die Regionalliga West. Mit einigen Verstärkungen - vor allem aus dem Ötztal - erreichte die Kampfmannschaft nach einem ausgezeichneten Frühjahrsdurchgang den 8. Endplatz und verwies Vereine wie Altach (derzeit in der Bundesliga), Imst oder Kundl auf die Plätze. Erst im Jahr 1993 konnte man den in der Regionalliga West nahe am Profitum orientierten Verhältnissen nicht mehr gerecht werden und der Abstieg in die Tiroler Liga war nicht mehr zu vermeiden.

Drei Jahre später - in der Saison 1996/97 - sollte das Niveau auch nicht mehr für einen Verbleib in der Tiroler Liga reichen - man stieg trotz einer furiosen Aufholjagd im Frühjahr in die Landesliga West ab. In der folgenden Saison sollte Herbert Gredler, dem erneut von der Vereinsführung das Vertrauen geschenkt wurde, die Kampfmannschaft im Mittelfeld der Landesliga West positionieren. Als Gredlers Nachfolger wurde für die Saisonen 1998/99 und 1999/2000 Markus Ernstbrunner - ein ehemaliger Leistungsträger der Haiminger Elf in Regionalliga-West-Zeiten - verpflichtet. Das gesetzte Ziel - der Wiederaufstieg in die Tiroler Liga - wurde trotz eines sehr starken Kaders von 25 nahezu gleichwertigen Spielern knapp verfehlt.

Die Vereinsführung zählte daraufhin vermehrt auf junge Haiminger Spieler und übergab das Traineramt an Martin Wörndle, welcher mit einer unerfahrenen Mannschaft scheiterte, was in der Saison 2000/2001 den Abstieg in die Gebietsliga West bedeutete. Der neue Obmann Josef Nagl versuchte anschließend mit Bernhard Mittermaier als Coach einen neuen Weg zu gehen. Der angestrebte Wiederaufstieg gelang in der Saison 2002/2003. Der Erfolg währte jedoch nicht lange: 2003/2004 Abstieg in die Gebietsliga West, 2004/2005 unter Trainer Franz Schlatter Absturz in die 1. Klasse West - der absolute Tiefpunkt in der Geschichte des Vereins.

Nach dem Motto "Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient" hauchte der Ende 2004 neu gewählte Vorstand unter der Führung von Obmann Andreas Hell dem Verein neues Leben ein und tat einen wahren Glücksgriff: Man verpflichtete den Pollinger Werner Rott als Trainer der Kampfmannschaft und schaffte durch zwei Meistertitel hintereinander prompt den Wiederaufstieg in die Landesliga West.

Am 06. November 2009 wurde ein neuer  Vorstand gewählt, unter der Führung von Obmann Werner Scheucher begann es wirtschaftliche Berg auf zu gehen. Die Mannschaft des SV-Haiming besteht zum Großteil aus jungen Talenten aus Haiming - ergänzt mit Spielern aus der Region - die zu einem technisch und taktisch versierten bzw. zweikampfstarken Kollektiv heranwächst. Das mittel- bis langfristige Ziel (2-3 Jahre) unseres Vereins ist der Aufstieg in die Landesliga. Grundlage dafür ist die kontinuierliche und zielgerichtete Entwicklung in allen Bereichen des Vereins sowie die Etablierung einer gesunden wirtschaftlichen Basis, welche bisher dank der Firmen der Region, sowie allen anderen Partnern des SV-Haiming, gegeben ist.